Mein Leben im Lockdown

Ein Blogbeitrag von Maria-Lena Lassnig


Mein Name ist Maria-Lena Lassnig und ich wurde im Jahr 1994 geboren. Ich hatte einen traurigen Start ins Leben, da bei mir nach wenigen Lebensmonaten eine Herzoperation nötig war. Eine Woche nach dem Eingriff erlitt ich eine Gehirnblutung, wodurch meine körperliche Beeinträchtigung entstand. Ich bin trotzdem eine lebensfrohe Person, die sehr gerne lacht und jeden Spaß mitmacht.

Mein Leben im Lockdown

Ich finde das Coronavirus echt schrecklich. Noch schlimmer finde ich die Leute, die glauben, dass es die Krankheit gar nicht gibt. Ich finde es echt erschreckend und dumm, dass es wirklich Personen gibt, die denken, dass das Virus gar nicht existiert, und die gegen die Maßnahmen demonstrieren.

In meiner Freizeit gehe ich gerne shoppen, was ja jetzt leider nur online möglich ist. Ich gehe auch gerne mal mit meiner Freizeitassistentin oder mit meiner Familie einen Kaffee in einem Lokal trinken, was ja jetzt auch nicht geht. Ein Kinobesuch würde mir auch wieder einmal gefallen, aber da jetzt jedes Kino geschlossen hat, ist dies zurzeit auch nicht möglich.

Die derzeitige Situation schränkt mich gar nicht so sehr ein, denn ich hatte vor der Coronazeit auch keine Sozialkontakte in Wolfsberg. Ich lebte von 2016 bis zum Jahre 2020 in Graz, weil ich in der Steiermark mich selbstständiger machen und nach den vielen Schuljahren eine Ausbildung machen wollte, die mir hilft, in meiner Heimat einen sinnvollen Beruf auszuüben, der mich glücklich macht. Ich war in Graz eine Zeit lang bei der Firma „atempo“, die Menschen mit Beeinträchtigungen verschiedenster Art hilft, eine Ausbildung zu machen, damit diese später einen für sie geeigneten Job finden. Ich habe bei „atempo“ den europäischen Computerführerschein gemacht. Es hat mir in Graz nicht so gut gefallen, weil es in meinen Augen erstens viel zu weit weg von Wolfsberg ist und der zweite Grund ist, weil ich komische 24Stundenbetreuerinnen hatte, die die deutsche Sprache nicht so gut oder überhaupt nicht konnten. Ich hatte in der steirischen Hauptstadt drei Wohnungen. In meiner letzten Wohnung lebte ich mit einigen ausländischen 24-Stunden-Pflegerinnen zusammen, die sehr wenig deutsch konnten Ich fuhr jeden Freitag nach Wolfsberg und blieb bis Sonntag, um das Wochenende mit meiner Familie zu verbringen. Eines Abends in der Grazer Wohnung hatte ich heftige Brustschmerzen, sodass ich die Rettung anrufen wollte. Meine damalige Betreuung konnte der Rettung die Adresse unserer Wohnung nicht sagen, da sie nur fast mur in ihrer Muttersprache sprach. Dann legte der Mann bei der Rettung auf und er meldete sich nicht wieder. Meine argen Brustschmerzen ließen eine oder zwei Stunden später Gott sei Dank wieder nach. und letztes Jahr im März, als wegen Corona der erste Lockdown begann, blieb ich für längere Zeit in Wolfsberg. In den darauffolgenden Sommermonaten war ich hauptsächlich in meinem Elternhaus, wegen der Coronasituation und weil ich zu diesem Zeitpunkt eine Pflegerin hatte, die überhaupt kein Deutsch sprach oder verstand. Meine Brustbeschwerden tauchten immer wieder auf, sodass ich mehrere Male im

mein Leben im Lockdown

Krankenhaus landete. Eines Tages stellte sich schließlich heraus, dass mir eine zweite Herzoperation nicht erspart bleiben wird, weil mein Patch nicht mehr gehalten hat. Meine Familie und ich entschlossen uns aus diesem Grund, dass ich meine Zelte in Graz abreche und wieder zurück nach Hause ziehe. Im September war es dann so weit, die Herzoperation ging am 28.09.2020 über die Bühne. Der Eingriff an meinen Herzen verlief gut, der Patch wurde erneuert und jetzt passt wieder alles. Ich war insgesamt vier Wochen im AKH Wien, davon drei auf der Intensivstation, weil ich immer wieder ein medizinisches Problem hatte. Meine Mutter war im Krankenhaus immer an meiner Seite, wofür ich ihr sehr dankbar bin!

Ich bin sehr froh, dass ich auf meine Herzoperation nicht mehr warten muss und ich sie schon hinter mir habe, denn in der jetzigen Pandemie werden viele Operationen verschoben.

Ich finde es gut, dass die Bundesregierung gewisse Maßnahmen und den Lockdown angeordnet haben, um das Virus wegzubringen, aber, um ehrlich zu sein, nerven mich die jetzigen Einschränkungen schon ein bisschen, weil man einfach nichts in der Öffentlichkeit unternehmen kann. Ich hätte es für sinnvoll gehalten, wenn es schon vor einem Jahr eine Impflicht für alle Menschen gegeben hätte.


Ich würde mir wünschen, dass sich in Zukunft mehr Leute impfen lassen, damit die Pandemie bald vorbei ist und wir wieder ein Leben ohne Masken, Einschränkungen und Lockdowns führen können.


Maria-Lena




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